Das europäische Elektrizitätsnetz - Status und Perspektiven
D. Maillard
Es besteht kein Zweifel, dass das europäische Elektrizitätsnetz ausgebaut und modernisiert werden muss, vor allem um die stochastische Einspeisung der erneuerbaren Energien in die bestehenden Systeme zu ermöglichen. Da es derzeit und in naher Zukunft kaum möglich ist, Strom zu angemessenen Preisen zu speichern, muss Strom vom Ort der Erzeugung zum Ort des Verbrauchs übertragen werden. Bis dato hinkt die Entwicklung der Netze, dazu zählen auch die Übertragungsnetze über Landesgrenzen hinweg, den Erwartungen hinterher.
Das liegt jedoch nicht an mangelnden Projekten oder fehlendem Interesse aufseiten der Netzbetreiber, auch die notwendige politische Unterstützung wird gewährt und Investitionen werden derzeit durch die Einspeisetarife gedeckt. Vielmehr liegt das Problem in der mangelnden Akzeptanz begründet: es ist schwierig neue Genehmigungen zu erhalten oder neue Netze in Betrieb zu nehmen. Dieses Problem der Genehmigungsbehörden führt dann oftmals zu erheblichen Verzögerungen.
Dementsprechend liegt die Aufgabe der Netzbetreiber darin, mit dieser Situation umzugehen und neue intelligente Netzsysteme zu fördern, um so die Akzeptanz einer großtechnischen Infrastruktur zu erreichen. Dazu gehören Transparenz bei der Erweiterung der Netzte, Austausch mit der ansässigen Bevölkerung, um für gegenseitiges Verständnis zu werben, um Kompromisse zu finden und die Bereitschaft Lösungswege zu diskutieren (unterirdische Verlegung, Aufrüstung bestehender Netze, smarte Systeme und intelligente Designs, um die Nutzung der bestehenden Infrastruktur zu optimieren).